Blogtexte

Psychologische Texte, Ausbildungen und Fachartikel

2021-06-25 09:56 Psychotherapie und Manualisierung Technik, Kunst oder theoriegeleitetes Wissen   ASP-Tagung vom 3. Juli 2021   Mit der neuen Verordnung zum Psychologieberufe-Gesetz vom Dezember 2020 sind neue Kriterien eingeführt worden, nach die Ausbildungskandidaten und -kandidatinnen die Therapieverläufe und Ergebnisse bei verschiedenen Störungs- und Krankheitsbildern mit wissenschaftlich validierten Instrumenten dokumentieren und evaluieren müssen. Ferner müssen die Erkenntnisse der Psychotherapieforschung und ihre Implikationen für die Praxis laufend in die Weiterbildung einfliessen. Die veranstaltenden Institutionen möchten mit der Tagung eine breite Diskussion über Manualisierung ("Therapie nach Kochbuch") eröffnen, um eine Perspektive zu entwickeln, wie die Anforderungen der Akkteditierung erfüllt und therapeutisches Arbeiten in seiner Komplexität entsprochen werden kann.   Anmeldung: asp@psychotherpie.ch, oder: Tel. 043 268 93 00 Ort: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft, Pfingstweidstrasse 96, 8005 Zürich, Raum 6T47   Tageskasse: Fr. 90.--
2021-06-15 09:39 Diese Ansicht vertritt die Schriftstellerin Silvia Tschudi im Interview mit dem Tages-Anzeiger vom 11.06.2021.    Die Interviewerin: "Sie schreiben überzeugend über Gewalt. Was fasziniert Sie daran?"   Silvia Tschudi: "Gar nichts. Gewalt ist moralischer Totalbankrott. Ein Zeichen idiotischer Schwäche. Peinliche Würstchen brauchen Gewalt. Aber sie existiert. Jeder von uns ist zu Empathie und zu Brutalität fähig."   Kommentar: Die ersten drei Sätze von Frau Tschudi siganlisieren ihre Empörung über Gewaltausübung. Der letzte Satz ist wiederum ist Einsicht in die menschliche Natur. Aber - Gewalt ist kein moralischer Bankrott sondern die ethische Nachtseite des Menschen. Wie schreibt der Psychologe Leopold Szondi, der Schöpfer der Schicksalsanalyse, in seinem Buch "Triebdiagnostik"? "Der Mensch kommt mit einer ethischen Doppelnatur zur Welt. Er kann anlagemässig sowohl das Böse wie auch das Gute wählen und tun."  Jeder von uns ist zu Gewalttaten fähig, und muss nicht mal ein peinliches Würstchen sein. Tags: Gewalt, Szondi, Ethik, Triebdiagnostik, Silvia Tschudi
2021-05-21 09:44 Psychologie an der Uni Bern   Leider können wir vom Psychologischen Institut der Universität Bern im Moment weder Forschungsergebnisse noch Publikationen rezensieren, da der notwendige Zugriff blockiert ist.
2021-03-14 12:30 Wo ist der freie Wille?   Der Wille ist die Kraft der Vitaltriebe, ihre Befriedigung zu erreichen. Und das heisst: «Ich tue was ich nötig habe! - Wenn es möglich ist». Was möglich ist, bestimmen meistens die Vitaltriebe. Hier sehen wir erstmals, wie ICH und Vitaltriebe eigene Ziele verfolgen: Das ICH möchte ein gutes und anständiges Leben führen, von allen guten Vorsätzen geleitet, übereinstimmend mit der allgemein anerkannten Ethik und Moral. Das ICH schafft unermüdlich daran, ein besserer Mensch zu werden – schicksalsanalytisch an seiner «Humanisation». Nach Leopold Szondi: «Humanisation ist demnach Menschwerdung durch gewollte Umkehrung des Triebhaften ins Sozialhafte und ins Geistige.»* Das Triebhafte nennt Szondi noch animalisch und inhuman, also unmenschlich. Die Humanisation als höchste Stufe der Menschlichkeit wird nur von den allerwenigsten erreicht – und dann nicht mal auf Dauer -, wie Szondi schreibt. Denn das dafür notwendige Willensquantum des ICHs haben nur die wenigsten.   Der Wille zur «gewollten Umkehrung des Triebhaften» ist praktisch eine Kampfansage an die Vitaltriebe, die das biologische Leben und die Fortpflanzung aufrechterhalten. Das ICH liegt also in einem ständigen Kampf mit den Vitaltrieben. Bedürfnisbefriedigung und Bedarfsdeckung ist der Wille der Vitaltriebe. Die «humane» Ordnung der entsprechenden Aktivitäten ist der Wille des ICHs. Wie rasch sich die humane Ordnung verflüchtigt, das ICH zum Triebdiener wird und der Wille der «animalischen» Vitaltriebe dominiert, zeigt die tägliche Nachrichtenflut. Der Wille des ICHs zu Recht und Ordnung wird ständig auf die Probe gestellt. Und warum? Weil die Vitaltriebe nicht folgen. So gesehen, haben wir keinen freien Willen, weil Triebbedürfnisse, Pflichten und Nöte aller Art vorgeben, was Wille will. Eine trübe Aussicht, aber in einem späteren Kapitel kommen wir unter dem Titel «Was tun?» auf den Willen zurück.   * Szondi, Leopold: Ich-Analyse, S. 107
2021-02-21 11:41 Die Intuition – oder wie man merkt, was einem gut tut   Um zu merken, was einem guttut, gibt es die Intuition oder den Weg über eine schicksalsanalytische Therapie. Die Intuition ist immer da, eine Therapeutin oder ein Therapeut muss erst noch gefunden und dann bezahlt werden. Was macht die Intuition? Hier eine Beschreibung aus der Küche von C.G. Jung: «Die Intuition weiss nicht nur um die latenten Potentiale der Gegenwart und die nicht realisierten der Vergangenheit, sondern kennt auch die zukünftigen Möglichkeiten» (von Monika Rafalski).   Die Intuition und nicht die Therapie sollte uns im Leben begleiten. In die Therapie geht man nur, wenn es sehr kritisch ist, die Psyche zu platzen droht und das Leben fast unerträglich schwierig wird. Also: Ob krank oder gesund, die Bausteine des Schicksals und die drängenden Ahnen sind immer da. Lebt man einfach so dahin, übernehmen die Ahnen mittels Vererbung von Verhaltensweisen und fixierten Triebbedürfnissen die Lebensregie.   Man ist zwar nicht glücklich, aber schlittert in einem Bequemlichkeitsmodus so dahin, bis andere, vernachlässigte Erbteile den Aufstand machen. Dieser erfolgt beispielsweise als Krankheit, als Depression, als psychischer Knacks, als Lebenskrise, als radikale Neuorientierung. Bruchlandungen, körperliche und psychische Schäden könnte man vermeiden, wenn man mehr auf die innere Stimme, die Intuition hören würde. Die Intuition ist der direkte Draht in die eigene Cloud. Und die weiss, was getan werden sollte.   Die Infos der Intuition sind Träume, Eingebungen, Einfälle und Feeling: Sie laufen nicht über den Verstand, sondern mobilisieren Körpergefühle aller Art. Drastisch gesagt: das kann dann zum Kotzen sein. Was tun? Dafür gibt’s zwei Wege: alle Symptome mit Medikamenten, Alkohol und anderen Suchtmitteln unterdrücken, oder die eigene aktuelle Lebensart total ehrlich prüfen. Mal still dasitzen, TV aus, Bier oder Patisserie zur Seite, und sich von den intuitiven Feelings durchkneten lassen. Das ein...
2021-02-06 10:00 Die Cloud – Gedächtnis und Schaltzentrale   Ich habe von den Erbgütern gesprochen, die wesentlich unser Schicksal im Griff haben. Dabei habe ich die familiäre Cloud – die «Wolke» – als Aufenthaltsort des Erbes genannt. Um es gleich vorweg zu sagen: Cloud ist kein biologisches Ding sondern ein Energiefeld, in dem Informationen, eben die Erbsachen, abgelegt sind und laufend frische Erfahrungen der Menschen gespeichert werden. Die Cloud funktioniert wie ein Super-TV-Studio, das ständig eine riesige Menge an Informationen verarbeitet, speichert, vernetzt und versendet. Und wie funktionieren die Sendungen von der Cloud zu uns? Im Prinzip wie Radio- oder Fernsehwellen die den Raum füllen, von uns aber weder gehört noch gespürt noch gesehen werden. Dabei sind die Sender Informationszentren in der Cloud die auf verschiedenen Frequenzen ihre Programme senden.   Ich habe anfangs das Stichwort «Energiefeld» verwendet: jede Information ist ein bestimmter Energiezustand der sich in einem Energiefeld organisiert. In der Cloud wiederum werden die Informationen in Programmen zusammengefasst. Mutmasslich gibt es unendlich viele Programme, die alles regulieren, von den Quanten über Atome bis zur kosmischen Gravitation.   Wissenschaftlich gesehen, geht es um die Theorie der morphogenetischen Felder von Rupert Sheldrake (für Neugierige: «Das schöpferische Universum» Ullstein TB, 2011).   Nun hat jeder Mensch seine persönliche Cloud innerhalb der familiären. Die familiäre Cloud wiederum ist ein besonderer Teil der kollektiven Cloud der Gruppe und der Gemeinschaft. Die Clouds sind ineinander verwobene und vernetzte «Energiewolken» . Die Inhalte der Clouds sind unbewusst, sie zeigen sich in der Lebensführung, in Handlungen und Träumen, in der Intuition, in der Wahl von Partnern, von Berufen, Krankheiten, in den Engagements für die Gemeinschaft und in Idealen.   Wie macht sich der Inhalt der Clouds biologisch bemerkbar? Bei der Zeugung durch das in den Genen und Chromosomen abgel...
2021-01-17 10:34 Die Vererbung - Wundertüte mit Erlebnispotential!   Vererbung ist Schicksal. Vom Körperbau über das Aussehen bis zur Haar- und Hautfarbe, alles ist familiäres Erbe. Besonderheiten die man früher Rassenunterschiede nannte, sind nur spezielle Entwicklungen die in verschiedenen Hautfarben, Körpergrössen und Körperbau zum Vorschein kommen. Jeder Mensch hat in seinem Genpool eigentlich alles. Zum Ausdruck (Fachwort: Phänotyp) kommt nur, was im familiären Erbsortiment vorgesehen ist und sich die entsprechenden Gene vordrängen. Vererbt wird aber nicht nur der Bauplan des Körpers, sondern grosso modo auch das Verhalten, das beispielsweise eher aktiv, frech und dominant oder passiv, langweilig und nachgiebig sein kann.   Auch die Art wie man Leben bewältigt, welche Talente und Fähigkeiten vorherrschen und welche Krankheiten «bevorzugt» werden, gehören zur Vererbung. In der Schicksalsanalyse sprechen wir davon, dass Eigenschaften und Verhaltensweisen aus dem familiären Erbgut gewählt, durch Triebaktivität dem aktuellen Leben angepasst und durch individuelle Neigung und Umwelteinflüsse zum Charakter werden. Je regsamer ein Mensch ist, desto mehr Erbgüter kann er aktivieren und damit sein Leben reichhaltiger gestalten. Klar ist, dass zum Beispiel auch ein Hang zur Sucht, psychische Störungen wie Zwang, Verfolgungswahn oder extremer Narzissmus, aber auch kriminelles Verhalten und Gewalttätigkeit in erblichen Anlagen ihre Grundlage haben. Das alles muss zwar nicht aktuell das Leben bestimmen, aber es lauert im Hintergrund. Hervorbrechen kann es im dümmsten Moment, ausgelöst beispielsweise durch Krankheit, durch einen Unfall, von einem Schock oder einem entsetzlichen Erlebnis und Todesangst.   Schicksalhaft ist vor allem die Lebenskraft und der Lebensdrive den man mitbekommen hat. Wer viel Drive hat, gräbt tiefer in seinem Erbe, ist eher unzufrieden mit dem Standardmenu seines Erbes und schafft sich eine reichhaltigere Speisekarte: bewegt sich mehr, verändert, rebelliert und...
2020-12-06 16:30 Wut ist unauflöslich   Die Wut wird zur Zeit diskutiert. Im «Tages-Anzeiger» als Artikel unter dem Titel «Die Kraft der Wut». Viel Gescheites aber auch viel Fragwürdiges wird darin abgehandelt.   Wut ist ein emotionales Verhalten, das am Platzen ist. Wut ist von mir aus gesehen eine Reaktion auf Missachtung und Übergangen werden. Kain erschlug Abel in einem Wutanfall. Warum? Kain fühlte sich von Gott missachtet, Abels Tieropfer waren offenbar genehmer die Feldfrüchte Kains. Diese Missachtung und Zurückweisung führten zum Wutanfall und zum Totschlag. Wut ist die Antwort auf gefühlte Geringschätzung, auf Abwertung und Vernachlässigung. Mit der Wut setzt man sich in Szene, zerstört und vernichtet. Die psychologische Spekulation, Wut sei Energielieferant für positive Veränderungen, ist zuviel verlangt. Tief sitzende Komplexe von Minderwertigkeit und Ungeliebtheit liefern den Brennstoff der Wut. Ein besonderer Fall ist die narzisstische Wut, die sich über alle ergiesst, die auch nur geringste Zweifel an der Köstlichkeit des Narzissten hegen und dies auch noch sagen. FIRED! ist die Reaktion. Wut schafft nie Befriedigung, sondern lässt Groll, Beschämung und neue triebhafte Wut entstehen. Wut ist in der Nähe von Verzweiflung. Im schlimmsten Falle will der/die Wütende sich selbst aus der Welt schaffen. Pellegrino
2020-10-01 22:27 Schicksalspsychologische Weiterbildung zur Coaching- und Beratungsarbeit   Psychologische Grundlage Die psychologische Grundlage dieses Kurses ist die Schicksalspsychologie. Diese Form von tiefenpsychologischer Analyse geht davon aus, dass viele Verhaltensweisen des Menschen vererbt sind.   Ziel Der Kurs soll sowohl als psychologische Einführung als auch Arbeitshilfe für Coaching- und Beratungsarbeit dienen, indem eine Reihe schicksalspsychologisch fundierter Instrumente und Arbeitshilfen vorgestellt und eingeübt werden.   Zielpublikum Angesprochen sind Fachpersonen, die als BeraterInnen, Coaches, Consultants oder als HR-Verantwortliche tätig sind. Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Coaching- oder Beraterausbildung, Kenntnis der fachüblichen Methoden sowie eine Praxis, die es ermöglicht, Erfahrung und aktuelle Fälle in die Weiterbildung einzubringen.   Mehr Informationen
2020-10-01 11:00 Grundkurs in resonanzorientierter Schicksalstherapie   Dieser Kurs richtet sich an Fachpersonen aus Therapie, Medizin, Pflege, Psychologie, Beratung, Beratung und Bildung, die diesen Ansatz in ihre berufliche Tätigkeit integrieren wollen.   Die resonanzorientierte Schicksalstherapie ermächtigt und fördert Menschen, sich selbst zu erkennen und das gesellschaftliche Leben mitzugestalten. Sie stützt sich auf die Weisheit, die aus der achtsamen  körperlichen Selbsterfahrung, der Wiederverbindung mit der Erde und der damit verbundenen Entdeckung der tatsächlichen Natur des Menschen und seiner echten Bedürfnisse erwächst – also auf die Achtung seiner selbst, seines Rhythmus und individuellen Weges, der in Resonanz zur Mitwelt steht.   Diese integrative Weiterbildung enthält die Elemente einer Basisausbildung zur Focusing-Begleiter*in und stützt sich auf Tiefenpsychologie mit Schicksalsanalyse, klientenzentrierte Psychotherapie, Ökotherapie, Achtsamkeit und Embodiment.   Mehr Informationen
2020-10-01 10:30 Weiterbildungsteil Psychotherapie   Schicksalsanalyse nach L. Szondi. Anerkannt durch die Schweiz. Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP   Ausbildungsprogramm   Modulgruppe A: Psychoanalytische Grundlagen Modulgruppe B: Einführung in die schicksalsanalytische Therapie Modulgruppe C: Krankheitslehre Modulgruppe D: Schicksalsanalytisch-therapeutisches Arbeiten     Mehr Informationen
2020-10-01 10:00 Weiterbildung in Schicksalsanalytischer Beratung   Der Schwerpunkt des Kurses «Schicksalsanalytische Beratung» liegt auf einer Einführung in die schicksalspsychologische Lehre, um diese dann als Hintergrund der Beratungsarbeit verwenden zu können. Die schicksalspsychologische Anschauung legt sich wie ein Netz über die Beratungsarbeit, d.h. dass wir in jeder Beratungsphase und bei jedem auftauchenden Beratungsproblem einen schicksalspsychologischen Aspekt in unsere Überlegungen, Aktivitäten und Entscheide einfliessen lassen. Obwohl unser Kurs noch die Grundlagen der beraterischen Vorgehensweise vermittelt, sollte der Kurs «Schicksalsanalytische Beratung» mit Vorteil auf einer Ausbildung in Beratungstechnik aufbauen können. Varianten des Kursangebots:   Unterricht am Institut Fernkurs mit Vertiefungsnachmittagen am Institut   Mehr Informationen
2020-10-01 09:30 Weiterbildung in schicksalsanalytischer Therapie für Ärztinnen/Ärzte mit Schwerpunkt „Psychosomatik“   Ein Lehrgang für Medizinerinnen und Mediziner mit psychosomatischem Schwerpunkt. Anerkannt durch die Schweizerische Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (SAPPM) Was ist das Ziel dieses Lehrgangs? Anspruch des Kurses ist es, ein Verständnis der Genese von psychosomatischen Erkrankungen aus schicksalsanalytischer, tiefenpsychologischer und psychotherapeutischer Perspektive zu erwerben. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden Entwürfe zum Krankheitsverständnis beim Patienten formuliert. Die daraus entstehende psychosomatische Skizze wird mit der Bedürfnis- und Triebperspektive des Klienten / der Klientin verknüpft. Der schicksalsanalytische Aspekt öffnet eine Sicht auf die Befriedigung bisher verdrängter Bedürfnisse in Alltag, Beziehung, Beruf und Freizeit und fördert den Abbau psychisch induzierter somatischer Symptome und die Stärkung persönlichkeitsfördernder Verhaltensweisen. Wir arbeiten in Gruppenseminaren, im Plenum, in Klein- und Intervisionsgruppen mit zwei oder drei Teilnehmern. Anhand von Selbsterfahrung und von Fällen, die von Beginn an in das praktische Lernen einbezogen werden, soll der Stoff erlebt und integriert werden. Dies bedeutet den Einbezug von Patientinnen oder Patienten von Beginn an in die Kursarbeit mittels Genosoziogramm, Lebensläufen, triebdiagnostischen Verifizierungen, Szondi-Testresultaten und praktischen Übungen. Wesentlich an dieser Weiterbildung ist, dass die Theorie mittels Skripten zuhause gelernt, in Impulsreferaten entwickelt und in Seminaren fallbezogen besprochen wird. Einbezogen wird die praktische Anwendung: Präsentation von Vignetten aus der Praxis, supervisorische Fallbesprechungen, deren schicksalspsychologische Elemente im Seminar und in Intervisionsgruppen reflektiert werden.   Mehr Informationen
2020-10-01 09:00 Studiengang Schicksalsanalytische Psychotherapie   Die schicksalsanalytische Psychotherapie zielt darauf hin, die nützlichen, positiven, schöpferischen und schützenden Ressourcen des Individuums im Rahmen des Triebsystems zu aktivieren. In diesem Zusammenhang wird den Erbpotenzialen der Person mittels therapeutischer Intervention der Weg zur Unterstützung der angestrebten Ich-Stärkung freigemacht.   Entscheidend ist der Dialog mit dem Unbewussten. Dabei wird neben dem sehr wichtigen familiären Unbewussten, dem «Aufenthalts und Dispositionsraum» der Vorfahren, auch das persönliche und kollektive Unbewusste in die therapeutische Arbeit mit einbezogen. Die Schicksalsanalyse sieht ein grosses Heilungspotenzial in der Wahl der beruflichen Tätigkeit sowie im kulturellen und im sozialen Engagement. Häufig zeigt sich, dass sowohl Erbzwang als auch äussere Umstände die Menschen zu Berufen und Funktionen gezwungen haben, die ihren Fähigkeiten und Stärken nur bedingt entsprechen und daher eine ständige Quelle psychischen und leiblichen Unbehagens sind und zur Entwicklung chronischer Erkrankungen führen können. Die Schicksalsanalyse kann mittels ihres diagnostischen Instrumentariums (Szondi-Test und Analyse des Genosoziogramms) einen Tätigkeitsbereich mit mehr Befriedigung und einen selbstbestimmten Lebensinhalt aufzeigen.   Mehr Informationen
2020-01-06 13:41 Glücklich sein   Um die Jahreswende hat die Glückwunschkultur eine hohe Zeit. So liest man beispielsweise, dass Unternehmen sog. Chief Happiness Officer anstellen, um das Glücksgefühl ihres Personals bei der Arbeit zu fördern. Doch wenn die Arbeit stinkt, bullshit auf amerikanisch ist, dann nützt weder parfümieren noch farbig anmalen etwas. Denn was sinnlos ist bleibt sinnlos und führt höchstens dazu, dass man sich selbst als sinnlos empfindet. Und dann wehrt man sich: mit böser Gewalt, mit Vernichtungsgelüsten und mit Wut.   Mit Yoga und Achtsamkeitskursen, so der Arbeitspsychologe Felix Frei, erreicht ein Unternehmen rein gar nichts. Höchstens Illusionitis für einige kurze Momente. Gibt es Glück überhaupt? Die kleinen Dinge pflegen und den Ball flach halten, wäre das ein Alternative?  Einen Zustand der minimalsten Bedrängnis anzustreben ist doch schon fast Glück. Schicksalspsychologisch gesehen, ist dies mit einer engen Führung des Auslebens der Triebbedürfnisse verknüpft, denn je mehr Bedürfnisse ausgelebt werden, desto grösser wird die Angriffsfläche zum Unglücklichsein.   Pellegrino
2019-12-05 12:29 Psychotherapie: mehr Fachkräfte, mehr Freiheit!   Im Moment kreist ein Petitionstext der fordert, dass die Kosten psychotherapeutischer Behandlung, ausgeübt von selbständigen Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen, über die Grundversicherung abgerechnet werden können. Begründet wird diese Forderung mit dem Hinweis, dass Wartzeiten von mehreren Monaten entstehen, da aktuell nur Psychiaterinnen und Psychiater berechtigt sind, über die Grundversicherung abzurechnen.   Das Problem der immer schärfer werdenden Versorgungsengpässe – wie im Petitionstext angeführt – liegt jedoch nicht nur bei der Kostenübernahme, sondern noch vielmehr bei einer wachsenden Lücke an Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Dazu hat ganz wesentlich das Psychologieberufegesetz beigetragen, in dem es ganze potentiell zur psychotherapeutischen Arbeit befähigte Berufsgruppen wie Heilpädagoginnen, Sozialarbeiter, Pädagoginnen, in Kirche und Gesundheitswesen Tätige vom Psychotherapieberuf ausschloss.   Will man in den nächsten Jahren nicht weiter in die Versorgungslücke mit Warteschlangen von psychisch Kranken schlittern, müsste das zünftlerisch orientierte und hoch bürokratische «Psychologiekontroll- und Bevormundungsgesetz» raschestens einer nachhaltigen Revision unterzogen werden. Da könnten sich politische Gruppen, die weniger Staat und mehr Selbstverantwortung auf ihre Fahnen geschrieben haben, Lorbeeren holen.   Pellegrino